Mein Ragù alla Bolognese

Heute habe ich einen echten Klassiker für euch. Jeder kennt sie bereits aus Kindheitstagen, fast alle lieben sie und in vielen Familien und Studenten-WGs ist es ein Standard-Gericht, das sehr häufig auf den Tisch kommt: Spaghetti Bolognese!
Ich würde sagen, der Pasta-Klassiker schlecht hin, direkt nach Spaghetti Napoli. Allerdings muss ich auch ehrlich sagen, dass die weit verbreitete Annahme, dass alle (kleinen) Kinder Spaghetti Bolognese oder Napoli abgöttisch lieben und man damit immer richtig liegen würde, nicht stimmt! Im letzten Jahr, meinem Praxisjahr im Kindergarten wurde ich eines besseren belehrt. Denn gut zwei Drittel der Kinder dort bevorzugten ihre Spaghetti pur, ohne einen Tropfen Napoli-Sauce oder Bolognese! Da staunte ich nicht schlecht, denn auch ich hatte bis dato gedacht, dass alle Kinder auf Napoli oder Bolognese stehen. ;-)

Ragù alla Bolognese Hackfleischsauce Spaghetti Bolognese

Nun gut. Mein Mann z.B. ist einer der größten Bolognese-Fans, den ich kenne. Das mag vielleicht daran liegen, dass er sämtliche Gerichte, in denen Hackfleisch verarbeitet ist liebt. Egal ob Lasagne, Cannelloni, Hackfleischbällchen… damit macht man ihn immer glücklich. Und auch ich stehe auf eine richtig gute Bolognese – allerdings muss sie nach ein paar Regeln gekocht sein, denn sonst ist es für mich kein richtiges Ragù alla Bolognese.
An erster Stelle steht bei mir qualitativ, hochwertiges und frisch gewolftes Hackfleisch. Für mein Ragù alla Bolognese verwende ich eine Mischung aus zwei Drittel Rinderhack, einem Drittel Schweinehack. Durch den erhöhten Anteil Rindfleisch, wird das Fleisch etwas saftiger.
Dann müssen frischer Oregano und Basilikum für ein feines Aroma, frischer Knoblauch, eine rote und eine weiße Zwiebel für den Geschmack in das Ragù.

Im Sommer greife ich auf sonnengereifte, frische und voll aromatische Tomaten zurück. Außerhalb der Tomaten-Saison nehme ich leckere Tomaten aus der Dose. Hierzu habe ich am Ende des Beitrags ein bisschen was zusammen getragen.
Mein kleines Geheimnis ist das Stück Parmesan, welches ich in das Ragù gebe und mit köcheln lasse. Ihr könnt ein ganz normales Stück Parmesan oder ein Stück Parmesanrinde verwenden. Beides macht das Ragù schön würzig. In meine Bolognese kommt außerdem noch eine kleine Prise Kakaopulver rein. Das habe ich einmal bei Cornelia Poletto gesehen und prompt ausprobiert – ich war begeistert. Ihr nehmt hierfür wirklich nur ganz wenig, aber es verleiht der Bolognese ein schönes Aroma.

Und dann ist ein guter Schluck Rotwein natürlich auch unverzichtbar! Hier rate ich dazu, einen Rotwein zu wählen, den man auch sehr gut zum Essen trinken kann. Oft heißt es, dass man zum Kochen gut und gerne einen nicht ganz so feinen Wein verwenden könne… Ich persönlich halte davon aber nicht’s, denn wenn ich ein Glas Wein zum Essen trinke, dann sollte der auch zum Essen passen und vor allem sollen ins Essen ja ausschließlich gute Produkte wandern, oder?

Ragù alla Bolognese
für 4-6 Personen

500 g Hackfleisch, gemischt (2/3 Rind, 1/3 Schwein)
2 EL Olivenöl
1 kleine rote Zwiebel
1 kleine weiße Zwiebel
2 frische Knoblauchzehen
150 ml kräftiger Rotwein
400 g geschälte Tomaten aus der Dose
500-600 g passierte Tomaten
1 Stück Parmesan(-rinde)
1 Zweig Oregano, frisch
8 Basilikumblätter
1 EL Zitronensaft
1 Prise Kakaopulver
1 Schuss Sherry- oder Balsamico-Essig
Salz
Pfeffer
geräuchertes Paprikapulver

Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken.
1 El Olivenöl in einem großen (Schmor-)topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Zwiebelmischung aus dem Topf nehmen, restliches Olivenöl im Topf erhitzen und das Hackfleisch darin bei starker Hitze krümelig anbraten. Dann den gehackten Knoblauch hinzufügen und kurz mitbraten.
Die Zwiebelmischung unterrühren, alles mit Rotwein ablöschen und den Wein vollständig einkochen lassen. Die Oreganoblättchen vom Zweig abstreifen. Nun die geschälten Tomaten, sowie die passierten Tomaten unterrühren und das Parmesanstück und die Oreganoblättchen hinzufügen. Alles gut umrühren und offen bei geringer Hitze ca. 30-45 Minuten köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren. Sobald das Ragù die gewünschte Konsistenz hat, den Herd ausschalten und das Ragù mit Zitronensaft, Kakaopulver, Essig, Salz, Pfeffer und geräuchertem Paprikapulver abschmecken. Basilikumblätter fein hacken und unter das Ragù rühren.

Das Ragù alla Bolognese mit Pasta eurer Wahl servieren und mit frischem Parmesan bestreuen.

Und nun noch ein paar Worte zu Tomaten aus der Dose.
Ich hatte vor einiger Zeit ein sehr unschönes Erlebnis, denn in den gekauften Dosentomaten, waren überwiegend grüne Stielansätze drin.
Daraufhin habe ich das Produkt gewechselt und bin seither rundum zufrieden mit den Tomaten, die wir nun aus der Dose verwenden.
Ich nehme jetzt fast ausschließlich die leckeren und aromatischen Tomatenprodukte von Cirio. Da gibt es die geschälten Tomaten, die ich auch für das Ragù alla Bolognese verwendet habe, sowie die passierten Tomaten.
Passierte Tomaten gibt’s im Tetrapack oder in der Flasche. Und dann bietet Cirio auch noch leckere Tomatenfilets und Kirschtomaten (allerdings mit Haut) an. Zu kaufen gibt es die Cirio-Produkte u.a. bei Rewe, und ganz sicher in der Metro.

Welche Tomaten verwendet ihr denn so und steht ihr auch so sehr auf Bolognese?

Eure ♥
Marie

Mini-Quiches mit Spinat & Lachs

Heute habe ich eine herzhafte Quiche im Mini-Format für euch dabei. Die feine Füllung besteht aus Spinat, Lachs, Ricotta und Kräuter-Crème Fraîche. Eine Kombination, die ich sowohl als Ravioli-Füllung als auch für eine Quiche sehr gerne her nehme.
Die Mini-Quiches sind schnell zubereitet, fix im Ofen gebacken und vielseitig einsetzbar. Sie machen auf jedem Partybuffet etwas her, sind ein tolles Abendessen mit einem frischen Blattsalat, ideal für’s Picknick und auch für die Pause im Büro oder in der Uni. ;-)

Mini-Quiches mit Spinat und Lachs

Und dann muss ich euch an dieser Stelle noch gestehen, dass ich diese Mini-Quiches mit einem fertigen Quiche- und Tarteteig aus dem Kühlregal des Supermarktes zubereitet habe. Denn seit mich der Alltag wieder hat, muss es einfach manchmal schnell gehen und da bleibt unter der Woche eher weniger Zeit für einen frisch gemachten Mürbeteig, die Lust auf frische Mini-Quiches ist allerdings trotzdem da!
Ich persönlich finde es nicht schlimm, wenn man hin und wieder zu einem fertigen Teig greift, denn der Rest – sprich die Füllung – wird ja dennoch selbst und frisch zubereitet. Oder wie seht ihr das? ;-)

Mini-Quiches mit Spinat und Lachs

6 Mini-Quiches

1 Rolle Quiche- und Tarteteig (Kühlregal)
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1/2 EL Butter
160 g geräucherter Lachs
250 g TK-Blattspinat
1 Ei
180-200 g Ricotta
1,5 EL Kräuter-Crème Fraîche
1 Eigelb zum Bestreichen
Außerdem: 6 kleine Tarte- oder Quicheförmchen

Den Quicheteig aus dem Kühlschrank nehmen und in der Packung bei Zimmertemperatur ruhen lassen, bis er verarbeitet wird.

Für die Füllung, Schalotte und Knoblauchzehe abziehen und beides fein hacken. Butter in einem kleinen Topf erhitzen, Schalotten- und Knoblauchwürfel darin glasig dünsten, Blattspinat und 3 EL Wasser dazugeben und bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis der Spinat aufgetaut ist. Spinatmasse gut abtropfen, in eine Schüssel geben und etwas abkühlen lassen. Ei, Ricotta und Kräuter-Crème Fraîche zur Spinatmasse geben, alles gut umrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Lachs in feine Würfel oder Streifen schneiden und unter die Spinatmasse heben.

Backofen auf 210°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech bereit stellen.
Die Förmchen gut mit Butter einfetten und die Teigrolle aus der Packung nehmen und auf einer Arbeitsplatte ausbreiten.
Sechs Kreise in Förmchen-Größe + 1 cm Rand ausstechen (z.B. mit einer Metallschüssel) oder sechs passende Kreise mit einem Messer ausschneiden.*
Die Teigkreise in die Förmchen drücken und die Böden mit einer Gabel mehrmals einstechen.
Die Füllung auf die Förmchen verteilen und etwas glatt streichen.
Den restlichen Teig ausrollen und in 24 Streifen (Länge = Durchmesser Förmchen, Breite 1 cm) schneiden.
Je vier Streifen diagonal als Gitter auf ein Förmchen legen und am Rand leicht andrücken.

Die Förmchen auf das Backblech setzen und die Mini-Quiches im Ofen (Mitte) ca. 20 Minuten goldgelb backen.

*Zunächst ist die Teigfläche für vier Kreise ausreichend. Den übrigen Teig zur Kugel formen, zwischen das beigelegte Backpapier legen und nochmals ausrollen. Dann können die restlichen zwei Kreise ausgestochen werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Eure ♥
Marie

Tian provençal – Französische Küche {Buch-Rezension}

Heute möchte ich euch den zweiten Titel von Rachel Khoo, Französische Küche vorstellen. Dieser Titel ist im Dorling Kindersley Verlag im Jahr 2013 erschienen.

Rachel Khoo Französische Küche Dorling Kindersley
(Bild: Dorling Kindersley)

Genau wie das andere Buch Paris in meiner Küche von Rachel Khoo, kann dieses Buch auch mit einer tollen Haptik, wundervollen Fotos und genialen Rezepten beeindrucken.
Rachel Khoo zeigt in diesem Buch französische Gerichte aus den unterschiedlichen Regionen Frankreichs. Dabei gibt es zu jeder Region ein eigenes Kapitel. Am Anfang jedes Kapitels ist eine kleine, gemalte Landkarte zu sehen, die die jeweilige Region und ihre typischen Produkte zeigen.
Dazu gibt es einige Worte von Rachel Khoo über diese Region: was typisch ist, was man gesehen haben muss in dieser Region etc. Das gefällt mir sehr gut!
Damit auch ihr einen kleinen Eindruck bekommt, nehme ich euch nun mit auf eine kleine Reise durch Frankreichs Regionen und zeige euch ein paar Rezepte und Produkte, die Rachel vorstellt.

Los geht’s in der Bretagne. Im Nord-Westen Frankreichs gibt es den leckeren Cidre, feine Muscheln, Hummer und Jakobsmuscheln, viele Milchprodukte, Crêpes und Galettes und feines Lammfleisch. Serviert werden gegrillte Austern mit Petersilienbröseln, salziger Butterkaramell, Miesmuscheln mit Apfel und Calvados und Buttermilchlamm mit Kräutersalat und geröstetem Buchweizen.

Dann geht es weiter nach Bordeaux, wo es weißen Spargel, Haselnüsse, feinen Wein, Pflaumen, Pinienzapfen und Austern gibt. Hier kommen leckere Weine und Huhn aus dem Topf auf den Tisch. Es gibt Rotweinhähnchen aus dem Ofen, pikanter Crumble mit Meeresfrüchten, Tarte Tatin mit Möhren, Cannelés und würzige Cognac-Pflaumen.

Im Baskenland finden wir Schwarzkirschen, Lauch, Schinken, Zitronen, Schafskäse, die Piperade, Dorsch und den Gâteau Basque. Da das Baskenland ein herrliches Surferparadies am Atlantik ist, finden hier auch zahlreiche Partys statt, zu denen kleine Pintox gereicht werden. Das ist die baskische Version der spanischen Tapas. Rachel Khoo zeigt etliche Varianten für Pintox: Gebackene Feigen mit Walnüssen und Käse. Thunfischhäppchen, Pikantes Oktopus-Tomaten-Tatar, Schinken-Zucchinistreifen mit Melone und gefrorene Schoko-Bananen. Auch eine typisch baskische Würzsauce – die Xipister-Sauce wird in diesem Kapitel gezeigt. Hinzu kommen knusprige Auberginenstreifen mit Couscous und ein Schokoladenkuchen “Baskenmütze”.

Weiter geht’s in der Provence, im Süden Franreichs, wo es Lavendel, Oliven, Sardinen, Honig und roten Reis gibt. Dominiert wird die Provence durch die herrlich frischen, aromatischen Kräuter die hier wachsen. Serviert werden hier Cannelloni à la Nizza, Provenzialischer Kalbsschmortopf, Ratatouille in kalter Marinade, Provenzialisches Gemüsegratin (s.u.) und eine Mousse mit weißem Nougat.

In Lyon stehen Fleisch und Wurst an erster Stelle. Die berühmte Lyonerwurst hat hier ihren Ursprung, hinzu kommt der Beaufort-Käse, das Fondue, Hecht und der Reblochon-Käse. Die Region Lyon liegt an der Grenze zur Schweiz und zu Italien, daher grenzt diese Region auch an die Alpen, wo es zahlreiche wunderschöne Chalets für einen kurzen Urlaub gibt. ;-)
Auf den Tisch kommen hier leckere Griessklösschen, Lyoner Salat und Lyoner Pizza, Würstchen im Teigmantel, Kartoffelkroketten, Brioche und Schokoladentarte mit Crème Fraîche.

Im Elsass, nahe an der Grenze zu Deutschland, gibt es Gugelhupf, Bier, Gewürztraminer und den klassischen Elsässer Flammkuchen. Die Nähe zu Deutschland ist hier deutlich erkennbar, denn es gibt Dinkel-Knöpfle mit Munster und Zwiebelblättern, Elsässer Eiernudeln, Teigtaschen mit Fleischfüllung, Käsekuchen und Gugelhupf.
Und dann wären wir auch schon am Ende der kleinen, kulinarischen Frankreich-Reise. Zum Schluss gibt Rachel dem Leser noch ein paar Grundrezepte für z.B. Brandteig, Mürbteig, Pizzateig und Béchamelsauce an die Hand.

Fazit: Wer schon immer mal eine kleine kulinarische Reise durch Frankreich machen wollte, das nötige Kleingeld aber nicht beisammen hat, ist mit diesem Buch bestens bedient! ;-) Mir gefällt besonders gut, dass es zu jeder Region ein paar Informationen gibt und die Gerichte authentisch sind.

Jetzt habe ich mich beim Durchblättern sofort in das Tian provençal verguckt. Das möchte ich euch nun noch zeigen.

Tian Provencal Rachel Khoo Französische Küche

Tian provençal
Für 4-6 Personen
4 rote Zwiebeln, geschält und in feine Ringe geschnitten
4 kleine Zweige frischer Thymian
4 EL Olivenöl
1 Aubergine
1 Zucchini
5 feste Eiertomaten
1 Prise Salz

Backofen auf 180°C Ober/Unterhitze vorheizen und eine ofenfeste Form mit etwas Öl einpinseln.

2 EL Olivenöl in einer kleinen Pfanne erhitzen und die Zwiebelringe mit dem Knoblauch und dem Thymian darin ca. 10 Minuten anbraten.
Die Aubergine und die Zucchini in 2 mm dicke Scheiben schneiden (z.B. mit einem Hobel), die Tomaten in 3 mm dicke Scheiben.
Die Zwiebelmischung in der Ofenform verteilen, ein paar Gemüsescheiben darauf verteilen, so dass eine glatte Fläche entsteht.
Nun das restliche Gemüse abwechselnd und kreisförmig in die Form schichten (dachziegelartig). Das restliche Olivenöl darüber träufeln und das Gemüse mit etwas Salz bestreuen.
Das Gratin in den Ofen (Mitte) schieben und ca. 35-40 Min. backen.
Das Gemüse sollte weich und oben leicht gebräunt sein.

Dazu schmeckt ofenfrisches Baguette oder ein paar Kartoffeln.

Eure ♥
Marie

Chouquettes aus Paris in meiner Küche {Buch-Rezension}

Heute ist mal wieder eine Buch-Vorstellung an der Reihe. Aus meinem Bücher-Regal habe ich für euch das wunderbare Buch Paris aus meiner Küche von Rachel Khoo gezogen. Der Titel ist 2013 im Dorling Kindersley Verlag erschienen.

Paris aus meiner Küche Rachel Khoo Dorling Kindersley Verlag
(Bild: Dorling Kindersley)

Wer in letzter Zeit mit offenen Augen durch Bücherläden geschlendert ist, wird dieses Buch sicherlich schon einmal gesehen oder sogar in den Händen gehalten haben. Oder vielleicht hat der/die ein oder andere schon Rachel Khoos Sendung auf Sixx gesehen. Dort sind in den letzten Wochen mehrere Folgen mit Rezepten aus diesem Buch gelaufen und auch ich habe einige Folgen mit großer Begeisterung angesehen. Besonders fasziniert hat mich, dass Rachel Khoo wirklich in einer so kleinen Küche ihre Gerichte zaubert – aber dazu später mehr!

Paris in meiner Küche – ein bezauberndes Buch mit unwiderstehlichen Rezepten von Rachel Khoo und wunderbaren Fotos von David Loftus. Das Buch punktet obendrein mit einer tollen Haptik, denn beim Blättern hält man dicke, feste Papierseiten in den Händen. Das gefällt mir immer besonders gut und macht für mich u.a. ein hochwertiges Buch aus.

Rachel Khoo, ursprünglich aus London, hat das Handwerk der Patissière an der berühmten Kochschule Le Cordon Bleu in Paris gelernt.
Durch’s Backen fand sie ihre Leidenschaft für Events, Kochbücher, Workshops etc. rund ums Essen. Und daraus entstand auch ihr kleines Mini-Restaurant, das sie in Paris in ihrer eigenen Wohnung betrieb. Sie kochte in einer winzigen Küche mit Mini-Backofen und zwei kleinen Herdplatten und ihre Gäste bewirtete sie im Wohnzimmer.
In ihrem Buch Paris in meiner Küche gibt Rachel Khoo ihre Rezepte wider. Wir finden französische Klassiker, wie Boeuf Bourguignon und Coq au vin, aber auch neue, modern interpretierte Gerichte, z.B. für’s Picknick.

Die Rezepte in Paris in meiner Küche sind in sieben Kapiteln unterteilt:
* Alltagsküche mit Rezepten für z.B. Oeufs en cocotte, Pistou-Suppe, Provenzialischer Gemüsetopf und Muscheln in Weißwein
* Snack-Zeit mit Rezepten für z.B. Crêpes und Galettes, Chouquettes (s.u.), Brioches mit Dulce de leche und Gougères
* Sommer-Picknicks mit Rezepten für z.B. Lothringischer Speckkuchen, Elsässer Flammkuchen, Pain brié und Rosmarin-Lavendel-Brot mit Ziegenkäse
* Aperitifs mit Rezepten für z.B. Waldpilz-Terrine, Nizza-Salat-Wraps, Aioli mit Gemüse und Aperitif-Financiers
* Essen mit Freunden & Familie mit Rezepten für z.B. Kalbsragout, Jakobsmuschel-Sabayon, Zitronen-Lavendel-Hähnchen und Coq-au-vin-Spieße
* Desserts mit Rezepten für z.B. Schokomousse mit Kakaonibs, Schokoladen-Lava-Küchlein mit Salzkaramell, Vanillecreme mit Karamellsauce und Crème brûlée
* Grundrezepte mit Rezepten für z.B. Fonds, Brühen, Saucen und eine Crème pâtissière (der berühmten Konditor-Creme)

Ganz hinten im Buch gibt Rachel ein paar Tipps zu Adressen in Paris.
Alle Rezepte sind übersichtlich und schön gestaltet, leicht zu verstehen und gut umzusetzen.

Fazit: Ein wirklich ansprechendes und rundum gelungenes Buch, das Lust auf französische Klassiker & Co macht. Auf Grund der herrlich frischen und modernen Gestaltung, ist es auch ideal für junge Koch- und Backbegeisterte! ;-)

Ich habe für mich die feinen Chouquettes ausgesucht und nachgebacken. Gesehen hatte ich sie bereits im TV und da ist mir schon beim Zuschauen das Wasser im Mund zusammen gelaufen.
Chouquettes ist ein feines Zuckergebäck, was aus einer Art Brandteig hergestellt wird und mit viel Puderzucker und Hagelzucker bestreut gebacken wird. Sie sind sehr einfach in der Herstellung, schnell gemacht und schmecken grandios!

Chouquettes Rachel Khoo Paris in meiner Küche

Für ca. 25 Chouquettes
125 ml Milch
100 g Butter, gewürfelt
1 TL Salz
1 TL Zucker
170 g Mehl (Typ 550)
4 Eier
Puderzucker zum Bestäuben
100 g Hagelzucker und/oder Schokotröpfchen

Den Backofen auf 180°C Ober/Unterhitze vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
Für den Teig 125 ml Wasser mit Milch, Butter, Salz und Zucker in einen kleinen Topf geben und so lange bei starker Hitze erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist. Die Hitze reduzieren und das Mehl in den Topf geben, dabei kräftig rühren. Nun sollte die Masse eine Konsistenz von Kartoffelstampf haben. So lange weiterrühren, bis der Teig schön glatt ist und sich leicht vom Topfrand löst.

Nun den Topf vom Herd nehmen und so lange rühren, bis die Teigmasse lauwarm ist. Dann die Eier einzeln unterrühren. Der Teig weist zunächst noch einige Klümpchen auf – sie lösen sich aber beim Weiterrühren wieder. Der Teig sollte nun schön glatt und geschmeidig sein. Dann kann man ihn in einen großen Spritzbeutel mit Lochtülle (5 mm) füllen.

Mit jeweils ca. 2 cm Abstand den Teig walnussgroß als kleine Häufchen (ca. 25 Stück) auf die Bleche spritzen. Die Spitzen der Häufchen mit einem leicht angefeuchteten Finger flach drücken, da sie sonst beim Backen leicht verbrennen.
Die Teighäufchen mit Puderzucker bestäuben, kurz ruhen lassen und dann mit dem Hagelzucker oder den Schokoladentröpfchen bestreuen und noch mal ein wenig Puderzucker darüber stäuben. Die Chouquettes in den Ofen (Mitte) schieben und ca. 20 Minuten backen, bis sie schön goldbraun und leicht knusprig sind.
Die Chouquettes isst man am besten gleich, denn ofenfrisch schmecken sie am besten!
Ansonsten in einem luftdicht verschließbaren Gefäß aufbewahren. So sind sie einige Tage haltbar. Wer sie dann warm genießen möchte, schiebt sie vor dem Verzehr einfach für 5 Min. bei 150°C in den Ofen. ;-)

Variante: Schokoladen-Chouquettes, hierfür 20 g Mehl durch 20 g Kakaopulver ersetzen und statt Hagelzucker Schokoladentröpfchen verwenden.

Eure ♥
Marie

Lachsnudeln mit Zitronen-Mascarpone-Sauce

Ich und meine Lachsnudeln… Ja, wie jetzt mittlerweile so ziemlich alle wissen dürften: Ich stehe total auf Lachs! Und deshalb gibt’s gefühlt auch alle paar Tage ein neues Rezept für Lachsnudeln – immer in einer anderen Variante.

Nun gut, ganz so schlimm ist’s dann nicht, aber eine kleine Sammlung ist doch in den knapp 2 Jahren Blog-Dasein entstanden:
* Lachsnudeln: schnell, einfach, fantastisch
* Tagliatelle mit Lachsfilet & Kräuter-Zitronensauce
* Spinat-Ricotta-Nudeln mit Lachs
* Tagliatelle mit Lachs & Gin
* Zucchini-Lachs-Spaghetti
* Garnelen-Lachs-Spaghettoni
* Pasta Salmone del Sole

Ui, ist doch schon ein bisschen was zusammen gekommen. Ich kann euch aber versichern, dass diese Sammlung stets erweitert wird! ;-)
Heute also mit Rezept Nr.8 in der Reihe “Lachs-Nudeln” – ideal für den Samstag-Abend!

Auf der Karte steht heute eine herrliche Pasta mit einer cremigen Zitronen-Mascarpone-Sauce.
Ein wirklich leckeres Gericht, das super schnell zubereitet ist und garantiert bei vielen Anklang finden wird.
Wer es etwas abwandeln möchte, kann die Sauce ja mal mit Limettensaft probieren, denn auch das schmeckt wirklich gut.

Lachsnudeln mit Zitronen-Mascarpone-Sauce

Lachsnudeln mit Zitronen-Mascarpone-Sauce
für 2 Portionen

200-250 g Pasta (Fusilli oder Spaghetti)
150 g Räucherlachs
etwas Olivenöl
1/2 Zitrone
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
75 ml Gemüsebrühe
50 ml Grappa
125 g Mascarpone
Salz
Pfeffer

Die Pasta nach Packungsanweisung in reichlich Salzwasser “al dente” garen. Sobald sie fertig sind, in einem Durchschlag abtropfen lassen, jedoch nicht kalt abschrecken. Die Pasta sollte wirklich noch etwas bissfest sein, denn sie wird direkt in der Pfanne mit der fertigen Sauce vermischt und gart dadurch noch etwas nach.

Für die Sauce den Räucherlachs in feine Streifen schneiden, Schalotte und Knoblauchzehe abziehen und fein würfeln. Die Zitronenhälfte auspressen.
In einer kleinen Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Schalotten- und Knoblauchwürfel darin glasig dünsten. Mit Brühe und Grappa ablöschen und ca. 5 Minuten auf mittlerer Stufe leicht einkochen lassen. Dann Mascarpone einrühren, Zitronensaft und Räucherlachs zufügen und alles gut umrühren. Sollte die Sauce nun zu dick-cremig sein, kann noch etwas Nudelwasser aus dem Pastatopf hinzu gegeben werden. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und die gekochten Nudeln darin schwenken.
Fertige Pasta sofort servieren.

Tipp: Statt Räucherlachs könnt ihr natürlich auch frisches Lachsfilet, geräucherte Lachsforelle oder Saiblingsfilet verwenden. Ebenso schmecken Riesengarnelen oder Flusskrebse zu dieser Sauce. Probiert einfach aus, was euch am besten schmeckt.
Ich freue mich, wenn ihr mir eure Lieblings-Variante verratet!

Eure ♥
Marie

Papardelle mit Pfifferling-Ragoût und Rinderfilet

Gerade haben die kleinen, feinen Pfifferling-Pilze Saison und da ist natürlich klar, dass es auch hier ein passendes, leckeres Gericht gibt. Ich persönlich liebe Pfifferlinge. Ich mag diese pfeffrig-würzigen Pilze sehr gerne. Beispielsweise im Salat, auf dem Flammkuchen, im Risotto oder ganz einfach als gutes Pasta-Gericht. In einer feinen Sauce, mit Rinderfilet-Würfeln ergänzt kommt hier ein wirklich edles Gericht auf den Tisch! Ideal also für das gute Sonntagsessen, oder?

Beim Kauf der kleinen Pilze solltet ihr darauf achten, dass die Pfifferlinge trocken gelagert wurden und weißes, festes Fleisch haben. Exemplare mit trockenen oder braunen Stellen sollten liegen gelassen werden. Am besten kauft man sie in Spankörben oder Papiertüten. Im Supermarkt werden sie oft in Plastikschalen mit Folie abgepackt verkauft. Hiervon rate ich ab, denn darin ziehen die Pilze schnell Wasser und fangen an zu schimmeln, ohne dass man es ihnen ansieht.
Reherl, wie man hier in Bayern dazu sagt, bekommt ihr von Juni bis Ende November.

Papardelle mit Pfifferling-Ragoût und Rinderfilet

Und dann noch ein paar Worte zum Säubern der Pilze. Pilze putzt man grundsätzlich eigentlich nicht in Wasser! Generell genügt es, Pilze mit einer kleinen Pilzbürste oder einem Küchenpapier abzubürsten oder abzureiben. Die Stielenden mit einem Messer wegschneiden und schon sind die Pilze fertig vorbereitet. Bei Pfifferlingen ist es jedoch so, dass sie oft sehr sandig sind. Hier darf man eine Ausnahme machen – so erspart man sich das sehr aufwändige Putzen mit der Bürste. Die Pilze mit einer Bürste vom gröbsten Schmutz entfernen und dann ganz kurz (!) in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben. Mit den Händen kurz vorsichtig umrühren, dann die Pilze in einem Durchschlag abtropfen lassen und gut mit einem Küchentuch trocken tupfen.

Papardelle mit Pfifferling-Ragoût und Rinderfilet

Papardelle mit Pfifferling-Ragoût und Rinderfilet
für 2 Portionen

200-250 g Papardelle
200 g Pfifferlinge (Reherl)
1 kleine Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 Scheiben luftgetrockneter Schinken (dünn aufgeschnitten)
1,5 EL Olivenöl
150 ml Gemüsebrühe
100 g Crème Fraîche
180 g Rinderfilet
Salz
Pfeffer
etwas frisch gehackte Petersilie

Die Pfifferlinge wie oben beschrieben putzen.
Papardelle nach Packungsanweisung in reichlich Salzwasser “al dente” garen. Sobald sie fertig sind, etwas Nudelwasser abschöpfen und beiseite stellen und die Nudeln in einem Durchschlag abtropfen lassen, jedoch nicht kalt abschrecken. Die Pasta sollte wirklich noch etwas bissfest sein, denn sie wird direkt in der Pfanne mit der fertigen Sauce vermischt und gart dadurch noch etwas nach.

Schalotte und Knoblauch abziehen und fein würfeln. Schinken in feine Streifen schneiden, Rinderfilet in ca. 2 cm große Würfel schneiden.
1/2 EL Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Schalotten- und Knoblauchwürfel darin glasig dünsten. Pfifferlinge und Schinken dazugeben und ca. 1 Minute mitdünsten. Das Pilzgemisch aus der Pfanne nehmen und in eine kleine Schüssel füllen.
Restliches Olivenöl in der Pfanne erhitzen und die Rinderfiletstücke darin ca. 1-2 Minuten rundum anbraten, ebenfalls herausnehmen.
Das Pilzgemisch wieder in die Pfanne geben, die Gemüsebrühe dazugießen und etwas einkochen lassen. Crème Fraîche hinzufügen, umrühren und zuletzt das Rinderfilet unterheben. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie unterheben.

Die gekochten Papardelle sofort unter die Sauce mischen und alles gut umrühren. Sollte das Ragoût zu dick-cremig sein, kann noch etwas Nudelwasser untergerührt werden.

Tipp: Das Ragoût kann natürlich auch mit Champignons und z.B. Puten- oder Kalbsfilet zubereitet werden.

Einen guten Appetit!
Eure ♥
Marie

Carpaccio mit Rucola & Parmesan

Mitte September habe ich bei unserem neuen Lieblingsitaliener in Pasing – dem La Ruota eine herrlich leckere Vorspeise gegessen: Rinder-Carpaccio mit Rucola & Parmesan. Bei Carpaccio bin ich immer sehr vorsichtig, denn das muss wirklich von bester Qualität sein und mit richtig frischen Produkten zubereitet werden. Im La Ruota habe ich mich also ans Carpaccio gewagt und wurde nicht enttäuscht! Im Gegenteil, es war wirklich superlecker, das Rindfleisch hauchzart runter geschnitten, mit feinem Rucola und leckerem Parmesan verfeinert. Ganz wichtig für mich – keine Ciprianisauce! Ich mag diese klassische Carpaccio-Sauce mit Mayonnaise nicht so gern. Viel lieber esse ich es mit einer Vinaigrette aus gutem Olivenöl und Zitronensaft. Das reicht vollkommen und durch die eher dezente Vinaigrette kommt der Geschmack des Rindfleischs so richtig schön zur Geltung.

Rinder Carpaccio Rucola Zitrone Parmesan

Aber: Carpaccio ist schon recht teuer, wenn man es bei einem guten Italiener bestellt. Und immer zum Italiener gehen, wenn ich Gelüste auf Carpaccio habe, geht ja auch nicht! ;-) Also hat Herr S. letzte Woche beschlossen, wir bereiten das Rinder-Carpaccio frisch zu Hause zu. Ein wenig skeptisch war ich zunächst, wurde dann aber eines besseren belehrt, denn es ging super easy und hat grandios geschmeckt!
Bei unserem Metzger haben wir nach geeignetem Rindfleisch gefragt und wurden erst mal aufgeklärt. Ich hätte nämlich glatt das teure Rinderfilet gewählt, denn das steht in jedem Rezept und so kannte ich es bislang auch. Beim Metzger wurde mir dann zu einer preisgünstigeren, fein marmorierten Rinder-Nuss geraten und zu meinem Glück wurde das Fleisch auch gleich noch hauchdünn aufgeschnitten und etwas plattiert. Preislich lag ich dann für 250 g bei ca. 4 €, wobei ich beim Rinderfilet locker ca. 12-13 € gezahlt hätte für selbige Menge.
Das Carpaccio hat uns mit der Rinder-Nuss sehr gut geschmeckt und ich werde es wahrscheinlich überwiegend damit zubereiten in Zukunft. Allerdings möchte ich trotzdem mal noch die teurere Variante ausprobieren, einfach um einen direkten Vergleich zu haben.

Rinder-Carpaccio mit Rucola & Parmesan
Für 2 Personen
180 g Rindfleisch aus der Nuss (oder Rinderfilet)*
2 El Olivenöl
1/2 Zitrone
25 g Rucola
Parmesan

*beim Kauf des Fleisches darauf achten, dass es überall etwa gleich groß ist, damit einheitliche Scheiben beim Aufschneiden entstehen.

Das Rindfleisch wahlweise beim Metzger hauchdünn aufschneiden und plattieren lassen oder selbst vorbereiten.
Wer selbst aufschneidet und plattiert, geht folgendermaßen vor:
Das Rindfleisch von Sehnen und Häuten befreien und fest in Frischhaltefolie eingewickelt für ca. 30 Minuten ins Gefrierfach legen. So lässt es sich anschließend besser aufschneiden.
Das Rindfleisch mit einer Hand fest fixieren. Dann mit einem großen, scharfen Messer hauchdünne Scheiben vom Fleisch schneiden. Je nach Dicke der Scheiben, kann das Fleisch noch zwischen zwei leicht geölte Frischhaltefolien gelegt und mit einem Plattiereisen (oder einer schweren Pfanne) plattiert werden.

Eine große Servierplatte mit etwas Olivenöl bestreichen und die Fleisch-Scheiben schön darauf anrichten.
Den Rucola waschen, gut trocken schütteln bzw. tupfen und die Zitrone auspressen. Das Olivenöl mit dem Zitronensaft verrühren und etwas von der Zitronen-Vinaigrette mit dem Rucola vermischen. Den marinierten Rucola mittig auf das Fleisch setzen.
Das Carpaccio mit etwas Zitronen-Vinaigrette beträufeln und frischen Parmesan darüberhobeln.
Fertig angerichtetes Carpaccio sofort servieren und genießen – am besten mit einem ofenfrischen Ciabatta-Brot und einem guten Glas Rotwein.

Tipp: Pinienkerne in einer kleinen Pfanne (ohne Fett) goldgelb rösten und über das Carpaccio streuen.

Probiert das Carpaccio unbedingt aus – es lohnt sich!

Eure ♥
Marie